„Shark Club – Eine Liebe so ewig wie das Meer“ – Ann Kidd Taylor

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Hallöchen,

nach einer zugegeben sehr langen Pause melde ich mich mit einer Rezension zurück. Die letzten Wochen musste ich mich um eine Hausarbeit kümmern, weshalb ich leider gar nicht zum Lesen gekommen bin. Aber hier bin ich wieder!

Da der Sommer dieses Jahr ein Dauerbrenner zu sein scheint (Achtung, schlechtes Wortspiel), möchte ich euch hiermit meinen Sommerroman des Jahres vorstellen: „Shark Club“ von Ann Kidd Taylor.

Er erzählt die Geschichte von Maeve, einer Meeresbiologin, die als Kind von einem Hai gebissen wurde und ihr Leben seitdem der Erforschung von ebendiesen widmete. Eines Tages trifft sie ein kleines Mädchen am Strand, die die Faszination über das Meer mit ihr teilt. Doch bald findet sie heraus, dass sie die Tochter ihres Exfreundes Daniel ist, der sie kurz vor der Hochzeit mit einer anderen Frau betrogen hatte. Und leider passiert das scheinbar Unvermeidliche: Maeve verliebt sich wieder in ihn…

Wer mich kennt, weiß, dass ich das Meer und seine Bewohner liebe. Vor allem Wale. Aber auch Haie sind meiner Meinung nach wunderbare Kreaturen, die leider zutiefst missverstanden sind. Was durch den aktuellen Kinofilm „The Meg“, der diesmal mit dem Urzeithai Megalodon wieder einmal das Kinoklischee vom blutrünstigen Monster bedient, nur bestätigt wird. Aber dies nur am Rande. Denn dieser Roman versuchte das komplette Gegenteil. Auch wenn der Fokus, wie bei einem typischen Sommerroman üblich, auf einer Romanze liegt, versucht Taylor über Haie aufzuklären und an die Leser zu appellieren, was man für den Schutz der Meere tun kann. Das Buch behandelt Themen wie Plastikmüll im Meer, das Schwinden der Korallenriffe und illegale und brutale Jagd auf Haie und Fische. Es ist erfrischend zu lesen, dass ein normalerweise belangloses Buch nebenbei versucht, etwas Gutes zu tun.

Ebenso erinnerte mich Maeve seit Beginn an eine Meeresbiologin und Haiforscherin namens Ocean Ramsey. Wer sie nicht kennt, sollte sich Videos über sie anschauen oder auf ihrem Instagramprofil vorbeischauen. Diese Frau schwimmt mit Haien, als wäre sie im Meer aufgewachsen und ist einfach bewundernswert! Möglicherweise wurde Maeve sogar tatsächlich an sie angelehnt.

Man merkt, für mich rückte die eigentliche Handlung des Buches in den Hintergrund. Mich regte die Liebesgeschichte zeitweise auf, da ich nie verstehen werde, wie man sich wieder in einen Mann verlieben kann, der einen so hinterging. Vor allem nach so vielen Jahren. Zumal Daniel von Anfang an unsympathisch wirkte. Die Liebesgeschichte war sehr vorhersehbar. Daniels Tochter hingegen war zuckersüß und unglaublich lieb. Wahrscheinlich zu lieb, um real zu sein, weshalb sie auch nur eine Romanfigur ist. Im Verlauf des Buches versucht Maeve, ein Meeresverbrechen aufzudecken. Das lenkte mich von der für mich uninteressanten Liebesgeschichte doch ganz gut ab und machte das Buch trotzdem lesenswert.

Zum Schluss möchte ich nur folgendes sagen: Wenn ihr das Buch lest, nehmt euch die Ratschläge zum Schutz des Meeres zu Herzen. Und wenn ihr es nicht lest, könnt ihr trotzdem kleine Dinge beitragen, unsere Meere am Leben zu erhalten. Räumt etwas Müll vom Strand, wenn ihr im Urlaub seid, achtet darauf, wie die Fische gefangen wurden, die ihr essen wollt oder nutzt umweltfreundliche Sonnencreme, wenn ihr im Meer schwimmen wollt. Es sind kleine Dinge, die etwas ändern können. Denn, um das Motto der Organisation Sea Shepherd zu zitieren: Wenn die Ozeane sterben, sterben wir auch.

 

P.S.: Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

„Ohne ein einziges Wort“ – Rosie Walsh

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Es sollte sich um DEN Liebesroman des Sommers handeln. Dementsprechend begeistert war ich, als ich Ohne ein einziges Wort beim Bloggerportal fand. Natürlich hab ich mich gleich dafür gemeldet und es zum Glück auch bekommen – danke hierfür.

Die Story klang vielversprechend: Die Protagonistin Sarah, die mit Ende 30 frisch geschieden ist, trifft in ihrer Heimat in England Eddie, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Die beiden verbringen eine Woche miteinander, bis er verreist und sich einfach nicht mehr bei ihr meldet, obwohl er es versprochen hatte. Ob ihm etwas zugestoßen ist?

Da die Geschichte mit der Auflösung ganz schön auf sich warten lässt, hat das Buch anfangs einen Hauch von Krimi. Was ist Eddie passiert? Warum verhalten sich seine Freunde so merkwürdig? Und wer beobachtet Sarah manchmal aus der Ferne? Irgendwann dachte ich sogar, ich hätte den großen Twist bereits erraten, dank vielen Andeutungen. Letztendlich kam es doch ganz anders. Für mich wirkte der eigentliche Plot Twist jedoch etwas an den Haaren herbeigezogen. Das hat sich im Laufe der zweiten Hälfte des Buches zwar gelegt durch viele logische Erklärungen, ganz zufrieden war ich aber am Ende nicht.

Aber gehen wir doch nochmal zum Anfang zurück. Ich konnte Sarahs Handlungen, nachdem Eddie verschwand, ziemlich gut nachvollziehen. Ich würde auch wissen wollen, ob etwas passiert ist. Eddies Verhalten kann ich wiederum gar nicht verstehen. Natürlich will ich nicht spoilern, deshalb nur soviel: Ghosting ist immer blöd.

Was ich auch nicht unbedingt passend fand, war das Alter der Hauptcharaktere. Beide sollen Ende 30 sein, benehmen sich aber oftmals wie Teenager, impulsiv, irrational und unreif. Wären die Charaktere zehn Jahre jünger, hätte ich das noch akzeptiert. Aber so… Dementsprechend wurde Sarahs „Gejammer“, warum Eddie sich denn nicht meldet und so weiter irgendwann ein bisschen nervig. Das hat dazu geführt, dass ich das Buch eine Weile aus der Hand gelegt habe und nicht unbedingt weiterlesen wollte. Aber ich habe es doch getan und wenigstens das letzte Drittel wurde noch spannender.

Was ich allerdings toll finde, ist Rosie Walshs Schreibstil. Das Buch war sehr flüssig zu lesen und die Detailverliebtheit wurde an einigen Stellen deutlich. Die Briefe, die ein paar der Kapitel füllen, sind emotional und total süß geschrieben. Auch, dass die Geschichte nicht komplett linear erzählt wird, sondern zwischen glücklichen Zeiten und Briefen und der Suche nach Eddie wechselt, finde ich gut, da es auch nicht zu willkürlich erscheint und den Leser nicht komplett verwirrt zurücklässt. Ebenso sind die Nebencharaktere alle super, vor allem Sarahs Freunde sind ausgereifte Charaktere mit ihren eigenen Geschichten.

Mein Fazit ist also, dass es sich bei Ohne ein einziges Wort um ein ganz gutes Buch handelt. Der gewisse Funke, der das Buch wirklich toll macht, hat bei mir aber leider gefehlt. Dennoch spreche ich eine Leseempfehlung aus, da die Liebesgeschichte der Protagonisten doch ganz schön ist, allerdings nichts Neues und somit definitiv kein Muss.

„Memory Wall“ – Anthony Doerr

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In einer Welt, in der Alzheimerpatienten nur mithilfe von auf Kassetten aufgezeichneten Erinnerungen Szenen aus der Vergangenheit ins Gedächtnis rufen können, spielt dieses Buch. In dieser Welt lebt die 74-jährige Alma Konachek, die genau diese Behandlung bekommt. In dieser Welt wollen kriminelle Banden ein Geschäft aus „gestohlenen“ Erinnerungen machen.

Almas Ehemann Harold wird im Alter zum leidenschaftlichen Fossiliensammler. Auf dem Weg zu seinem größten Fund stirbt er jedoch. Auch wenn Alma sich an dieses Ereignis nicht mehr selbst erinnern kann, hat sie eine der Kassetten dafür. Die Kleinkriminellen Roger und Luvo schleichen sich oft in Almas Haus, um diese Kassette und dementsprechend den Fundort des Fossils zu ausfindig zu machen.

Memory Wall ist ein Buch, aus dem ich nicht richtig schlau werde. Erst am Schluss habe ich die Handlung halbwegs verstanden, weil sie aus sehr vielen kleinen Geschichtsfetzen besteht, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind und die man irgendwie zusammenbasteln muss. Die Novelle wurde von Kritikern in den Himmel gelobt, aber vielleicht liegt das daran, dass Doerr Träger des Pulitzerpreises ist. Es ist wie viele Filme, die einen Oscar bekommen haben. Filmisch gesehen sind sie eine großartige Leistung, aber meist einfach nicht für ein breites Publikum geeignet. Doerrs Schreibstil mag wunderbar, poetisch und außergewöhnlich sein, aber es erreicht mich sowohl emotional als auch künstlerisch nicht.

Auch scheint mir der Fokus viel zu sehr auf der Schreibkunst und Verwendung der Sprache zu liegen. Darunter leiden meiner Meinung nach die Charaktere, zu denen ich kaum eine Bindung aufbauen konnte. Der einzige, für mich interessante Charakter ist Pheko, der so etwas wie Almas persönlicher Assistent ist. Er ist ein Beispiel dafür, wie Apartheid, vor allem in Südafrika, noch immer gegenwärtig ist. Die Szenen mit seinem Sohn fand ich teilweise rührend.

Meiner Meinung nach lohnt sich Memory Wall also nicht wirklich. Hätte Random House es mir nicht kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt (danke dafür!), hätte ich mich geärgert, das Buch gekauft zu haben. Wer auf sprachlich tolle Bücher steht, für den mag es ein schönes, kurzweiliges Buch sein. Mein Fokus liegt aber eher auf der erzählten Geschichte, die für mich einfach nicht so gut war wie erwartet.

„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ – Genki Kawamura

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Stell dir vor, du wüsstest, dass du bald stirbst. Stell dir vor, der Teufel möchte mit dir einen Deal eingehen. Stell dir vor, dass eine Sache von der Welt verschwinden muss, damit du einen Tag länger leben kannst. Wolltest du so leben?

Dem namenlosen Protagonisten in Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden passiert genau das. Er geht auf den Deal mit dem Teufel ein (den er hier Aloha nennt, da er immer in Hawaiihemd und Sonnenbrille auftritt). Am ersten Tag verschwinden die Telefone, am zweiten die Filme, am dritten die Uhren. Am vierten Tag sollen schließlich die Katzen verschwinden, was dem Protagonisten als Katzenfreund und -besitzer jedoch gar nicht gefällt…

Anfangs dachte ich, ich habe es mit einer kurzen Geschichte zu tun, die sich mit dem Tod auf eine leicht ironische Art und Weise auseinandersetzt. So ist das Auftreten des Teufels komisch gestaltet und der Protagonist belächelt seine Liste von 10 Dingen, die er vor seinem Tod erleben möchte.

Doch das Buch (das übrigens bereits 2012 in Japan erschien und sogar verfilmt wurde) wurde schnell philosophischer als gedacht. Bei jedem verschwindenden Gegenstand macht sich der Protagonist tiefgründige Gedanken darüber, wie sich die Welt dadurch verändert. Dadurch lernt man nebenbei viel über seine Familie und Freunde. Und vor allem über seine Katze, Weißkohl (ja, auch dieser Name wird erklärt).

Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Emotionen in 190 Seiten passen. Je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto trauriger wird es. Gegen Ende war ich den Tränen mehrfach sehr nah. Es ist unglaublich, wie viele Fragen man sich während des Lesens selbst stellt. Was habe ich in meinem Leben bisher erreicht? Habe ich zu viel Zeit sinnlos vergeudet? Was bereue ich und wie könnte ich mein Leben verbessern?

Ich kann mich also nur beim Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House dafür bedanken, dass sie mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Es war eine Bereicherung, vor allem dafür, dass man es wirklich in einem Tag beenden kann.

„One of Us Is Lying“ – Karen M. McManus

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Ein Mord an einer Schule, vier Verdächtige. Jeder von ihnen hat ein Geheimnis.

So ungefähr kann One of Us Is Lying von Karen M. McManus zusammengefasst werden. Natürlich wurde ich dadurch neugierig. Wer findet Krimis/Thriller, die in einer High School spielen, nicht spannend? Zumal diese in letzter Zeit vor allem im Fernsehen total beliebt sind, siehe zum Beispiel Riverdale oder Tote Mädchen lügen nicht. Die Zielgruppe liegt zwar eher bei der Jugend, aber auch Erwachsenen könnte dieses Buch gefallen.

Mein Problem mit Krimis ist oft, dass sie am Anfang eher schleppend vorankommen und ich die Bücher oft nach den ersten 100 Seiten weglege. Es handelt sich meist um das gleiche Muster: ein Mord passiert, die Polizei steht vor einem Rätsel und die Ermittlungen ziehen sich, bis irgendwann alles Schlag auf Schlag passiert und der Mörder am besten noch aus den eigenen Reihen kommt.

Bei One of Us Is Lying ist dies anders. Die Geschichte wird aus der Sicht aller vier Verdächtigen erzählt, nicht von den Ermittlern aus. Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich dran. Jeder Charakter ist authentisch geschrieben, jeder hat eine deutlich andere Persönlichkeit. Und jeder wächst einem ans Herz. Was ich zwischendurch hasste, da jede dieser vier Personen der Mörder sein könnte.

Aber wer sind diese vier Personen? Zum einen ist da Cooper, der unglaublich gut Baseball spielt und auf den viele Colleges ein Auge geworfen haben. Dann haben wir Addy, eine kleine Prinzessin, die mit einem der beliebtesten Jungs zusammen ist. Bronwyn, die Einserschülerin, die auf eine Eliteuni gehen will. Und letztendlich Nate, den kleinkriminellen Drogendealer. Und wer ist das Opfer? Simon, der eine Schulgossip-App herausgebracht hat, mit der er die Geheimnisse jedes einzelnen Schülers aufdeckt. Am Tag, an dem Simon stirbt, sollte ein neuer Post online gehen. Natürlich mit den vier Verdächtigen im Fokus…

Die Geschichte ist von Beginn an spannend. Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich jedes Wort der Verdächtigen auf die Goldwaage gelegt habe, um herauszufinden, wer Simon getötet hat. Dennoch konnte ich an keiner Stelle wirklich glauben, dass es jemand der vier Personen war. Also blieb es wirklich bis zum Schluss spannend. Die Auflösung war letztendlich nachvollziehbar und kein Plottwist aus heiterem Himmel, wie es oft bei Krimis und Thrillern ist. An sich ist der Roman sehr clever geschrieben und passt super ins High School Setting. Nicht einmal die obligatorische Lovestory hat gefehlt (die mir gegen Ende vielleicht ein kleines bisschen unnötig erschien, aber dennoch ganz schön war).

Wer also mal keinen 0815-Krimi lesen will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Spätestens ab der zweiten Hälfte wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Also, wer gerade auf der Suche nach neuem Lesestoff ist und dieses Buch noch nicht kennt, kauft es am besten sofort!

„Finding Cinderella“ – Colleen Hoover

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Den Namen Colleen Hoover hört man in der Buchwelt inzwischen an jeder Ecke. Sie ist eine Bestsellerautorin im Bereich Jugendbuch/New Adult und wird von ihren zahlreichen Fans geliebt. Umso erstaunlicher ist, dass ich bisher noch kein einziges ihrer Bücher gelesen hatte. Bis jetzt. Zufällig entdeckte ich Finding Cinderella als Mängelexemplar im nächsten Hugendubel. Da es sich außerdem um ein eigenständiges und dünnes Buch handelt, das zwar irgendwie zur Hope-Buchreihe gehört, aber auch separat gelesen werden kann, dachte ich einfach „Ach, warum denn nicht?“

Kaum war ich dann zu Hause, begann ich auch schon zu lesen. Und war innerhalb eines Tages fertig. Nicht gerade eine Meisterleistung bei weniger als 200 Seiten, aber ich kenne mich beim Lesen. Ich lasse mich normalerweise viel zu schnell ablenken und das Buch bleibt für mehrere Tage unbeachtet. Dass ich das Buch in etwa zwei Sessions durchgelesen habe, zeugt davon, dass die Geschichte leicht verdaulich, eine gute Unterhaltung für zwischendurch ist und trotz ihrer Kürze den Leser an sich bindet.

Die Geschichte zusammengefasst: Daniel verbringt seine Freistunden in der Schule immer in einer dunklen Besenkammer (Ja, ich weiß. Aber er hat eine Erklärung dafür). In einer dieser Freistunden betritt plötzlich ein Mädchen die Kammer und läutet damit den unrealistischsten Beginn einer Romanze ein, der mir je untergekommen ist. Und glaubt mir, ich kenne viele schlechte Fanfictions. Nachdem sie in der Besenkammer miteinander geschlafen haben, verschwindet das Mädchen, ohne dass sie wissen, wie der jeweils andere aussieht. Ein Jahr später lernt Daniel dann Six kennen und lieben. Und welch Überraschung (Achtung, Spoiler), es handelt sich um das Mädchen aus der Besenkammer. Doch eigentlich wollte sie dieses verrückte Date vergessen…

Während ich das Buch gelesen habe, musste ich ob der klischeebeladenen Story oftmals schmunzeln. Dennoch finde ich, dass das Buch durchaus ganz nett für zwischendurch ist. Man muss nicht groß nachdenken beim Lesen und die Charaktere sind einfach so geschrieben, dass man sie mögen muss. Die Bindung zwischen Daniel und Six ist glaubhaft und man fühlt mit beiden mit. Der einzige Kritikpunkt, der allerdings ein großer ist, ist das Ende. Natürlich möchte ich es nicht verraten, allerdings war die „Lösung“ des „Problems“ viel zu schnell abgetan. Es handelt sich dabei um eine große Sache, die man meiner Meinung nach nicht in einem kleinen Streit beiseitelegen kann, um dann einfach weiter einen auf kitschige Teenieromanze zu machen. Wer das Buch kennt, kann das sicher nachvollziehen. An dieser Stelle hat es mir dementsprechend deutlich an Tiefe gefehlt. Aber sei’s drum. Bei 175 Seiten kann man Tiefe nicht wirklich verlangen.

Finding Cinderella ist also ein nettes Buch für zwischendurch, welches aber hoffentlich nicht stellvertretend für den Rest der Werke von Colleen Hoover gesehen werden kann. Denn ansonsten wäre ich etwas enttäuscht. Aber ich denke, dass ich demnächst andere ihrer Bücher lesen werde, wie zum Beispiel die Will & Layken-Reihe. Denn dafür sind meine Erwartungen doch noch sehr hoch.

„Ödland. Erstes Buch: Der Keller“ – Christoph Zachariae

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Als Fan von (post)apokalyptischen Geschichten, wie zum Beispiel von The Walking Dead oder Spielen wie The Last of Us, Horizon: Zero Dawn und I Am Alive, wollte ich endlich auch ein Buch lesen, dass in so einer Welt spielt. Zufällig bin ich dann auf der Leipziger Buchmesse über den Stand von Christoph Zachariae gestolpert, der dort seine Ödland-Reihe bewarb. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch über diese Reihe. Ich war sofort Feuer und Flamme dafür und kaufte den ersten Band. Mit viel zu hohen Erwartungen habe ich auch gleich angefangen zu lesen. Dementsprechend enttäuscht wurde ich dann leider.

Aber erstmal zur Story – diese ist ähnlich vieler Endzeitgeschichten. Der Hauptcharakter, in diesem Fall eine junge Erwachsene namens Mega, muss durch die gefährliche Welt voller Feinde reisen, um eine Aufgabe zu erfüllen. Hier sind es Ersatzteile für eine Wasseraufbereitungsanlage, die Mega besorgen muss, um das Überleben ihrer Gruppe zu sichern. Mega ist ein interessanter Charakter, von unbekannter Herkunft mit einem Tattoo eines blauen Sterns auf ihrer Wange und verrückten roten Dreads. Sie ist mutig und unerwartet stark, sowohl körperlich als auch psychisch. Ich meine, ich würde es mich nicht trauen, mich allein durch eine zerstörte Welt bewegen zu müssen, die voller Menschen ist, die verzweifelt und misstrauisch genug sind, mich ohne mit der Wimper zu zucken umzubringen.

Da Mega den Großteil ihres Lebens im Schutz eines Universitätskellers verbracht hat, kennt sie die Welt draußen nicht. Um die Brutalität dieser zu zeigen, wechselt die Geschichte in einigen Kapiteln in die Sicht eines Mannes namens Hagen. Dieser ist der Anführer einer Siedlung, die von Gewalt und Hunger beherrscht wird. Dort geht der Autor auch gern mal sehr ins Detail, was Darstellung von Gewalt angeht. An sich konnte ich mit Hagen als Charakter noch nicht viel anfangen. Es wurde klar, dass er für den späteren Verlauf der Geschichte wichtig sein würde (immerhin ist er auch auf dem Cover des dritten Teils zu sehen, siehe Autogrammkarte) und aus Szenen, in denen er Mega begegnet, geht auch hervor, dass er sie irgendwie kennt. Aber diese Frage bleibt im ersten Band noch ungeklärt.

Die Geschichte hatte viel Potenzial, vor allem nach alldem, was Herr Zachariae mir auf der Buchmesse darüber erzählt hat. Die Realität sieht allerdings anders aus. Der Autor verliert sich in langatmigen Beschreibungen (meist über Megas Fortbewegungsmittel, den INDU, von dem bestimmt zehn Mal alle technischen Details aufgelistet wurden), einer unrealistischen apokalyptischen Welt (nach 30 Jahren soll es schon keine größeren Siedlungen, funktionierende Fahrzeuge oder Nahrung mehr geben? Bezweifle ich), Deus Ex Machina-Momenten und oberflächlichen Charakterbeschreibungen, sodass man keinerlei emotionale Bindungen aufbaut. Noch dazu gibt es viel zu viele Logiklücken.

Was für mich aber der größte Kritikpunkt ist: im Laufe der Geschichte stellt man sich so viele Fragen, aber nicht eine wird beantwortet. Die Geschichte endet in einem riesigen Cliffhanger und wird einfach im nächsten Buch fortgesetzt. Was ja an sich kein Problem ist bei Fortsetzungsromanen. Allerdings sollte doch jedes Buch irgendwo eine abgeschlossene Handlung in sich haben. Es gab so viele Möglichkeiten dafür, zum Beispiel, dass Mega ihren verschwundenen Freund wiederfindet. Oder dass die beiden Handlungsstränge irgendwann zusammenführen. Aber nein. Nichts. Nur offene Fragen. Nur ein riesen Aushängeschild: „Kauft das zweite Buch, vielleicht wird da ja was aufgeklärt.“ Und ich wette fast, dass man darin auf den dritten Teil verwiesen wird. Und dort auf den vierten.

Hinzu kommt noch, dass der Schreibstil an vielen Stellen einfach nicht gut ist. Zu lange, verwirrende Sätze und Dialoge, die für sich allein stehen und man einfach irgendwann nicht mehr weiß, wer was sagt. An manchen Stellen wird die Geschichte unnötig gestreckt und an anderen passiert alles wieder viel zu schnell. Immerhin ist die Orthografie sehr gut, was man nicht von allen Indiebüchern behaupten kann.

Während ich diese Rezension schreibe, werde ich langsam wütend. Nachdem ich gestern das Buch beendet hatte, war ich nur enttäuscht. Aber jetzt kommt mir „Ödland“ wie eine Zeitverschwendung vor. Zu lange habe ich darauf gewartet, dass es noch besser wird. Glaubt mir, noch nie wollte ich ein Buch einfach in die nächste Ecke werfen. Bei diesem würde ich es nur zu gerne tun. Die nächsten Teile werde ich dementsprechend nicht lesen.

Aber um mit etwas Positiven zu enden: Das Cover ist richtig toll, großartige Leistung, Colin M. Winkler!